Herbsttagung der Borreliosegesellschaft

Die Lyme-Borreliose hat in Deutschland stark zugenommen mit jährlich mehr als 100.000 Erkrankungen. Das Krankheitsbild wurde 1975 erstmals bei Kindern mit Gelenkerkrankungen in dem Ort Lyme in Connecticut / USA beschrieben. In Wäldern, Parks und unseren Gärten lebende Zecken übertragen mit ihrem Stich die Erreger, in Mitteleuropa in der Regel Borrelia burgdorferi, Bakterien der Gattung Spirochäten (ähnlich den Erregern der Syphilis) und benannt nach dem Insektenkundler Willy Burgdorfer, dem 1981 der Nachweis dieser Borrelienart aus Zecken gelang.

Werden die klinischen Symptome, in der Mehrzahl der Fälle die sog. Wanderröte, verkannt und der Patient nicht rechtzeitig und ausreichend mit Antibiotika behandelt, können sich chronische Entzündungen der Haut, des Nervensystems, von Muskeln und Gelenken, aber auch Herzmuskel und Augen entwickeln. Daraus entstehende hohe Gesundheitskosten reihen die Lyme-Borreliose in die Liste der Public-Health-relevanten Zoonosen in Deutschland ein (T. Kistemann (2012), Leibniz-Institut für Länderkunde, Leipzig).

Die Tagung findet im Rahmen des Giessener Borreliosetags zusammen mit einer Ärztlichen Fortbildungsveranstaltung Borreliose-Update 2013 statt. Mit drei öffentlichen Vorträgen wird das Krankheitsbild Borreliose auch einem breiteren Publikum dargestellt.

Die Thematik der Vorträge reicht vom Erregerreservoir in der Tierwelt Europas ( Prof. Dr. Franz-Rainer Matuschka, Berlin und Frau Dr. Dania Richter, Braunschweig), Studien über die Verbreitung und den Erregerbefall von Schildzecken spezifisch in Hessen (Prof. Dr. Christian Bauer, Giessen) über die klinischen Symptome, Diagnostik und Therapie, inklusive leitliniengerechter Schmerztherapie (verschiedene namhafte Referenten aus Forschung, Klinik, Praxis und Laboratorien) bis hin zur - hoffentlich demnächst erfolgreichen – Impfung gegen Borreliose (Frau Dr. Meral Esen, Tübingen). Die bald Ausmaße einer Volkskrankheit annehmende Borreliose (Dr. Kurt E. Müller, Kempten) ist aber keines-wegs eine Erkrankung der Neuzeit. Schon der Gletschermann Ötzi war von diesen Erregern befallen, wie der Tübinger Privatdozent Dr. Carsten Pusch mit seinen spektakulären molekulargenetischen Untersuchungen an der Mumie zeigen konnte.

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